Fünfzehn Jugendliche der schuleigenen Politik AG „denk:bar” diskutierten im Rathaus mit Oberbürgermeisterin Petra Gerlach über Wohnen, Nachhaltigkeit und die Zukunft Delmenhorsts.
Wie attraktiv ist Delmenhorst für junge Menschen – und wer kümmert sich, wenn vermietete Wohnungen verfallen? Mit Fragen wie diesen sind 15 Schülerinnen und Schüler der denk:bar der BBS I ins Rathaus gegangen, um sie der Oberbürgermeisterin Petra Gerlach direkt zu stellen. Entstanden ist ein offenes Gespräch über Kommunalrecht, Herausforderungen und Chancen, das beide Seiten als ausgesprochen gewinnbringend bewerteten.
Bereits im Vorfeld hatte sich die Gruppe intensiv vorbereitet und ihre Fragen bewusst kontrovers und herausfordernd angelegt. Die Themen reichten von den Maßnahmen der Stadt, um für junge Menschen attraktiv zu bleiben, über Klimaschutz und Nachhaltigkeit bis hin zu bezahlbarem Wohnraum und der Instandhaltung von Wohnungen. Damit das Gespräch trotz der Bandbreite fokussiert blieb, hatten die Jugendlichen ihm im Vorfeld eine klare Struktur gegeben.
Besonders intensiv wurde an zwei Stellen diskutiert. Zum einen ging es um den Zustand der Schulgebäude und das Spannungsfeld zwischen modernen Neubauten und in die Jahre gekommenen Bestandsimmobilien. Zum anderen rückte der Umgang mit privaten Investoren in den Mittelpunkt, die vermietete Wohnungen nicht ausreichend instand halten – und die Frage, welche Handlungsmöglichkeiten der Stadt hier zur Verfügung stehen. Deutlich wurde dabei, dass die Kommune zwar über umfangreiche Instrumente verfügt, deren Einsatz jedoch oft langwierig ist.
Der Termin im Rathaus reihte sich dabei in eine Vielzahl von Aktivitäten der denk:bar ein: von der Teilnahme an der DELMUN über eine selbst organisierte Podiumsdiskussion – unter anderem mit Bundestagsabgeordneten – bis hin zu einem Besuch im Bundestag und in weiteren Ministerien in Berlin. In der kommenden Woche nehmen zudem mehrere Schülerinnen an der OLMUN teil, dem größten UN-Planspiel Deutschlands in Oldenburg. Und schon in der Woche darauf steht der nächste Austausch an – diesmal mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Alhamwi und der Landtagsabgeordneten Frau Nzume.
Für die Schülerinnen und Schüler bestätigte der Termin mit der Oberbürgermeisterin eine zentrale Erfahrung aus ihrer bisherigen Arbeit in der Politik-AG: Politik lebt vom Gespräch, aber ebenso von der eigenen Initiative. Oberbürgermeisterin Gerlach brachte diesen Gedanken mit den Worten John F. Kennedys auf den Punkt: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann. Frage, was du für dein Land tun kannst.”
Am Ende stand für alle Beteiligten ein erfolgreicher Austausch – und das gemeinsame Fazit, dass demokratische Teilhabe dort beginnt, wo junge Menschen bereit sind, Fragen zu stellen und mitzugestalten.
Nils Bessert

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